Weinverkostung ist schön – aber für alle, die den losen Snus wirklich zu schätzen wissen, gibt es einen mindestens genauso spannenden Weg: Snusverkostung. Dabei geht es darum, verschiedene Snussorten auf bewusste Weise gemeinsam mit Freunden zu entdecken. Im Mittelpunkt stehen Aroma, Textur, Feuchtigkeit und Nikotinfreisetzung – jede Prise wird so zum Geschmackserlebnis.

In diesem Leitfaden erfährst du, wie du eine Snusverkostung planst, durchführst und genießt – lehrreich und unterhaltsam zugleich.

Die Verkostung planen – das Fundament für einen gelungenen Abend

Wie bei einer Wein- oder Whiskyverkostung basiert auch die Snusverkostung auf Struktur, Vielfalt und der richtigen Atmosphäre. Mit guter Vorbereitung wird der Abend informativ und spannend zugleich. Hier die wichtigsten Aspekte:

Sortenanzahl – weniger ist mehr

Es ist verlockend, möglichst viele Sorten zu probieren – doch zu viel Snus in kurzer Zeit führt schnell zu Geschmacksermüdung. Ideal sind 4 bis 6 verschiedene Sorten. Das gibt jedem genug Zeit, jede Sorte vom Duft bis zum Nachgeschmack wirklich zu erleben – ohne überfordert oder nikotinsatt zu werden. Plane Pausen zwischen den Proben ein, um den Gaumen zu neutralisieren.

Die richtige Auswahl – Abwechslung zählt

Abwechslung ist der Schlüssel zu einer interessanten Verkostung. Wähle Snus mit klaren Unterschieden in Geschmack und Charakter. Eine gute Auswahl kann sein:

  • Eine klassische Tabaksorte (z. B. Ettan oder General)
  • Eine rauchige oder erdige Sorte
  • Eine zitronige oder bergamottbetonte Sorte
  • Eine würzige Variante mit z. B. Wacholder oder Lakritz
  • Eine extra starke Sorte für den Unterschied bei der Nikotinabgabe

So können die Teilnehmer vergleichen und ihre persönlichen Vorlieben entdecken.

Die Vorbereitung – jede Sorte richtig präsentieren

Lagere alle Dosen bis ca. 15 Minuten vor der Verkostung im Kühlschrank. So bleiben sie frisch, haben aber genug Zeit, ihr Aroma bei Raumtemperatur zu entfalten. Genau wie Wein profitiert Snus davon, etwas „zu atmen“, bevor er beurteilt wird – vor allem was Duft und Konsistenz betrifft.

Öffne jede Dose kurz vor Beginn und rühre den Inhalt vorsichtig mit einem sauberen Löffel oder Plastikspatel um – das setzt das Aroma frei und verteilt die Feuchtigkeit gleichmäßig.

Ausrüstung – die richtige Umgebung schaffen

Eine gelungene Snusverkostung erfordert keine große Ausstattung – doch das passende Zubehör verbessert das Erlebnis enorm. Du brauchst:

  • Wasser zum Ausspülen des Mundes zwischen den Sorten
  • Servietten für saubere Hände und Lippen
  • Notizzettel oder Bewertungsbögen, auf denen die Teilnehmer ihre Eindrücke festhalten können (z. B. Geruch, Geschmack, Gefühl, Stärke, Gesamteindruck)
  • Becher oder Spucknapf – besonders falls jemand den Snussaft nicht schlucken möchte
  • Eine ruhige Umgebung, z. B. ein Tisch mit guter Beleuchtung und möglichst wenig Ablenkung

Beginne mit den milden Sorten und arbeite dich zu den stärkeren vor – nicht alle sind an starkes Snus gewöhnt.

Snus richtig bewerten – Schritt für Schritt

Wie bei einer Weinprobe werden auch bei Snusverkostungen mehrere Sinne angesprochen. Darauf sollte geachtet werden:

1. Aroma

Rieche direkt an der geöffneten Dose. Was nimmst du wahr? Tabak, Rauch, Zitrus, Kräuter? Notiere Intensität und Nuancen.

2. Textur und Feuchtigkeit

Nimm etwas Snus in die Hand und prüfe die Konsistenz. Ist er weich und formbar oder grobkörnig und trocken? Die Textur beeinflusst das Formen und das Gefühl unter der Lippe.

3. Formbarkeit

Lässt sich die Prise leicht formen? Hält sie zusammen oder zerfällt sie? Eine gute Prise ist stabil, aber nicht zu fest.

4. Nikotinfreisetzung

Nach ein paar Minuten unter der Lippe – wie schnell wirkt der Snus? Manche setzen Nikotin langsam und gleichmäßig frei, andere geben sofort einen „Kick“.

5. Geschmack und Nachklang

Jetzt kommt das Wichtigste: Wie schmeckt der Snus? Entfalten sich mit der Zeit neue Aromen? Wie lange bleibt der Geschmack im Mund?

Vergleicht eure Eindrücke – aber denkt daran: Geschmack ist subjektiv. Ziel ist es nicht, die „beste“ Sorte zu finden, sondern Unterschiede wertzuschätzen.

Mach es zu einem Erlebnis

Snusverkostung ist mehr als nur Sorten testen – es ist ein gemeinsames Erlebnis. Hier ein paar Ideen, um den Abend aufzulockern:

  • Bewertungsbögen verteilen, auf denen jeder Snus Punkte bekommt.
  • Blindverkostung mit nummerierten, aber nicht benannten Dosen.
  • Passende Getränke servieren – etwa Wasser, Kaffee oder alkoholfreie Alternativen, die den Geschmack nicht überdecken.
  • Eine Person kann Moderator sein und interessante Fakten zu den Sorten vortragen.

Eine Tradition zum Teilen

Snusverkostung ist kein kompliziertes Ritual – sie macht den Alltag besonderer. Durch das Verkosten, Vergleichen und Besprechen verschiedener Sorten wirst du schnell Unterschiede bei Geschmack, Stärke und Charakter erkennen.

Also: Lade deine Freunde ein, lege ein paar Dosen auf den Tisch – und entdecke gemeinsam die Welt des Snus. Es wird garantiert ein Abend, den ihr nicht vergesst – vielleicht sogar der Beginn einer neuen Tradition.